Schmierfette sind disperse Schmierstoffsysteme. Die dispergierten Anteile können ein zusammenhängendes Gerüst ausbilden. Wird dieses Gerüst bei einer geringen Schubspannung nur elastisch verformt, hat es eine Fließgrenze. Die Fließgrenze muß in Abhängigkeit von der Temperatur und der vorherigen mechanischen Belastung gemessen werden. Das Messen von Fließgrenzen kann nur mit Rheometern erfolgen, die eine schubspannungsgesteuerte Versuchsdurchführung (CS-Tests) erlauben.
Bemerkungen
Eine Fließgrenze und eine hohe scheinbare Viskosität bei geringen Schubspannungen sind charakteristische Fließeigenschaften für Schmierfette. Dadurch wird das Wegfließen des Fettes von der Schmierstelle verhindert.
Bestimmung von Strukturabbau bzw. Strukturaufbau und Untersuchung der schergeschwindigkeits- und zeitabhängigen Fließeigenschaften (Thixotropie)
Bestimmung des Einflusses der dispersen Phase des Schmierfettes auf die Zeitabhängigkeit von Viskositätsabbau und Viskositätsaufbau sowie auf die Gleichgewichtsviskosität in Abhängigkeit vom Schergefälle, der Temperatur und der vorherigen mechanischen Belastung.
Bild 5: Abhängigkeit der Viskosität von der Zeit bei verschiedenen Schergeschwindigkeiten
Bild 6: CR-Rampe auf- und abwärts (Hysteresekurve)
Bemerkungen
Das thixotrope Verhalten von Schmierfetten ist ein entscheidendes Anwendungs- und Qualitätskriterium. Im Schmierspalt fettgeschmierter Lager wird sehr schnell der Endwert der scheinbaren Viskosität erreicht. Diese schergefälleabhängige Restviskosität ist eine Kenngröße für den hydrodynamische Schmierzustand und erlaubt eine Aussage, wie lange dieser noch funktionsgerecht gewährleistet werden kann.